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Sascha Odermann fliegt knapp an WM Medaille vorbei

Mi, 10. Aug 2011

Vom 27.7. bis zum 7.8. fand in Torun in Polen die Segelkunstflugweltmeisterschaft statt. Sascha Odermann und Wolfgang Schieck vom SFZ Königsdorf vertraten als Mitglieder der Nationalmannschaft die deutschen Farben und waren seit 1997 die ersten Königsdorfer Weltmeisterschaftsteilnehmer. Damals startete Roland Bauer auf der Kunstflug WM in Antalya.

Königsdorfer Kunstflieger auf der Weltmeisterschaft in Polen

Nachdem das Wetter den Piloten zunächst einen Streich spielte und die ersten Tage keine einzige Wertung zu ließ, endete die Meisterschaft am Ende nach nur vier Wertungen.

Bronzemedaille in der bekannten Pflicht knapp verpasst

Die beiden Teilnehmer der Segelkunstflug Weltmeisterschaft vom SFZ Königsdorf: Sascha Odermann (links) und Wolfgang Schieck (rechts)

Traditionell beginnen Kunstflugmeisterschaften immer mit einer bekannten Pflicht, bei der jeder Pilot die gleichen Figuren fliegen muss und die Aufgaben lange vorher bekannt sind und geübt werden können. Nach vier Tagen Regenpause, konnte am Abend des fünften Tages endlich gestartet werden. In der „advanced class“ belegte Sascha Odermann den undankbaren vierten Platz, ganze 5 Punkte hinter dem drittplatzierten und 20 Punkte hinter der Goldmedaille. Somit avancierte er unter den 36 Teilnehmern zu den fünf oder sechs Mitfavoriten um den Gesamtsieg. Wolfgang Schieck, der in der „unlimited class“ am Start war, belegte Platz 14. In dieser Klasse werden auch gerissene und gestoßene Flugmanöver geflogen, bei denen durch ruckartige Steuerbewegungen absichtliche Strömungsabrisse am Flügel erzeugt werden, womit schnelle Rollen und andere, spektakulär anzusehende Flugfiguren geflogen werden können.

Patzer in der Kür

Bei der folgenden Kür, die normalerweise zu den Paradedisziplinen von Odermann gehört, patzte der 35 jährige Lufthansa Pilot jedoch leider, was auch ein wenig dem starken und böigem Wind geschuldet war. Es war nicht der 23. Platz, sondern der Punktverlust, der ärgerte, war somit doch die Chance auf eine vordere Platzierung im Gesamtklassement dahin. Wolfgang Schieck landete in der „unlimited class“ in der Kür auf Rang 20, was ihm zu dem leicht resignierendem Kommentar trieb: „Beim Beobachten der anderen kam ich mir vor, wie ein Kreisklassespieler, der sich ausversehen in ein Bundesliga-Camp verlaufen hat.“

Eine klitzekleine Ungenauigkeit zu viel in der unbekannten Pflicht

Zu den schwierigsten Programmen gehört für die Piloten die unbekannte Pflicht, bei der die zu fliegenden Figuren erst am Vortag bekanntgegeben werden und das Programm nicht mehr geübt werden darf. Der 50 jährige Wolfgang Schieck, der ebenfalls beruflich in einem Lufthansa Cockpit sitzt, nullte leider bei der vorletzten Flugfigur, einem negativ angesetztem Turn, bei dem man aus dem Rückenflug in den senkrechten Steigflug übergeht, um dann oben am Scheitelpunkt den Flieger, wenn er keine Fahrt mehr hat, über die eine Seite nach unten in den senkrechten Sturzflug abkippen lässt. Mit einem 22. Platz fiel er in der Gesamtwertung auf Rang 23 zurück. Sascha Odermann flog in der unbekannten Kür erneut denkbar knapp an einer Medaille vorbei und wurde wie bereits in der bekannten Pflicht vierter. Nur 0,17 Punkte trennten ihn von Bronze und ganze 6 Punkte vom Sieger, was nicht mehr als einer klitzekleinen Ungenauigkeit entspricht. In der Gesamtwertung landete er aufgrund der verpatzten Kür dennoch nur auf Rang 26.

MÜ 28 war der Star der Weltmeisterschaft

Während die meisten Piloten die polnischen Flugzeuge Swift oder Fox nutzten, flog Odermann die 1984 fertiggestellte MÜ 28, eine Eigenkonstruktion der in Königsdorf ansässigen Akademischen Fliegergruppe der Studenten aus München. Bis heute ist sie mit 380 km/h das schnellste Segelflugzeug der Welt und ein Einzelstück. Ihr symmetrisches Flügelprofil verleiht ihr identische Flugeigenschaften im Rückenflug, wie im Normalflug. Aber was ist beim Kunstflug schon Normalflug? Dieses faszinierende Flugzeug wird auch dieses Jahr wieder auf dem Flugplatzfest in Königsdorf am 3.und 4. September  während der Flugschau zu bestaunen sein.

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