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Segelflugsaison 2012 beginnt mit Paukenschlag

Di, 03. Jan 2012

Nachdem im Dezember mit Gerhard Altnöder, Ralph Bürklin und Werner Kerzendorf drei Piloten vom SFZ Königsdorf mit ihren jeweils persönlich ersten Flügen über die magische Grenze von 1000 km hinaus in Namibia die Flugsaison 2011 der Königsdorfer Piloten überaus erfolgreich beendet hatten, begann nun auch das Flugjahr 2012 für das SFZ rekordverdächtig.

Benjamin Bachmaier vom SFZ Königsdorf fliegt über 1000 km in Australien

Mit erst 20 Jahren gehört Benjamin Bachmaier seit dem Neujahrstag zu dem weltweit erlauchten Kreis der Segelflieger, die es geschafft haben einen Flug über mehr als 1000 km im lautlosen Flug, allein mit der Kraft der Sonne und des Windes zu absolvieren. Vom SFZ Königsdorf gelang dies bisher erst acht weiteren Piloten, Benjamin ist allerdings mit Abstand der jüngste Königsdorfer und sogar weltweit einer von nur ganz wenigen Junioren, dem dieses Kunststück jemals gelang.

Dem 20-jährigen Sportsoldaten Benjamin Bachmaier gelang am Neujahrstag in Australien ein Segelflug über 1057 km.

Seit einem Jahr gehört er der Sportförderkompanie der Bundeswehr an und seit November befindet er sich in Australien. Startort für seinen Rekordflug war Stonefield, etwa 100 km nordöstlich von Adelaide. Während in Deutschland noch die letzten Sylvester Raketen gezündet wurden, startete Bachmaier bereits bei hochsommerlichen 39° Grad im Südsommer Australiens. Zunächst führte ihn der Flug mehr als 400 km nach Norden über die mittelgebirgsähnliche Flinders Range mit Höhenzügen bis zu 1100 Meter. Der Königsdorfer Youngster erreichte dabei Flughöhen bis über 4000 Meter. Der Rückflug, bei dem ihn thermische Aufwinde mit bis zu sieben Meter pro Sekunde, also mehr als mit Fahrstuhlgeschwindigkeit nach oben brachten, führte ihn bis an die Grenze des Luftraumbeschränkungsgebiets des Flughafens von Adelaide. Nachdem Bachmaier zu Beginn des Fluges bei anfänglich noch sehr schwacher Thermik sehr viel Zeit verloren hatte und nur sehr langsam voran gekommen war, rechnete er hier erstmals damit, dass es ihm doch noch gelingen könnte die magischen 1000 km zu überbieten. Daraufhin legte er nochmals einen Schlenker von 60 km nach Nordwesten ein und landete am Ende 25 Minuten vor Sonnenuntergang und nach einer Strecke von 1057 km überglücklich wieder in Stonefield. Weltweit war dies am 1.1.12 auch der weiteste Segelflug überhaupt. Im SFZ Königsdorf internen Ranking schob er sich damit hinter Mathias Schunk mit 1118 km, Armin Behrendt (1095 km) und Werner Kerzendorf, der es im Dezember auf 1065 km brachte auf Rang vier der ewigen Bestenliste. Lediglich 8 ½ Stunden war Bachmaier in der Luft, womit er trotz des anfänglichen Zeitverlustes eine sagenhafte Durchschnittsgeschwindigkeit von 124 km/h erzielte, was in Europa undenkbar wäre. Aufgrund der geographischen Breitenlage Australiens mit etwa 31 Grad südlicher Breite (zum Vergleich liegt die afrikanische Mittelmeerküste etwa auf gleicher nördlicher Breite) sind die Tage und somit die Zeit der Thermik, genau wie in Namibia auch, relativ kurz. Somit sind für große Flüge solch hohen Geschwindigkeiten auch nötig. „Irgendwo sollte es weltweit thermische Bedingungen der Güteklasse wie in Namibia oder Australien und dafür lange Tageszeiten, so wie im Sommer in Skandinavien geben, dann wäre das der Traum eines jeden Segelfliegers“, träumt Bachmaier von noch größeren Flugstrecken.

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