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Wenn Fliegerherzen schneller schlagen

Di, 13. Nov 2012

Ganz im Zeichen des Segelflugs stand am Samstag die Kongresshalle in Augsburg. Der Traum vom Fliegen ist ein uralter Menschheitstraum und die Segelflieger kommen diesem Traum in ihren grazilen Fluggeräten recht nahe, wenn sie lautlos durch die Lüfte gleiten.

Über 2000 Piloten beim Deutschen Segelfliegertag

In der Vorhalle ging es um die Praxis, die Hersteller der "Hardware" zeigten ihre Neuentwicklungen Im umfangreichen Zubehörsegment kamen gut 50 Aussteller zum Zug, von der Flugschule über Wetterdienst und Flugkarten-Verlagen bis zu Herstellern der neuesten Anti-Kollisions Warngeräte. Im großen Saal konnten sich die Besucher diverse Fachvorträgen zum Thema Segelflug anhören, oder in der Cafeteria die Zeit schlicht und einfach zum Erfahrungsaustausch nutzen.

Siegerehrung der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug

Mit reichlich Edelmetall kehrten die Segelflieger von der Siegerehrung der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug zurück: v.l.n.r.: Mathias Schunk, Benjamin Bachmaier und Thomas Lehmann

Höhepunkt des 72. deutsche Segelfliegertags, der von mehr als 2000 Anhängern des lautlosen Sports aus Deutschland besucht wurde, war die Siegerehrung der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt). Zu den erfolgreichsten Segelflugvereinen der letzten Jahre gehörte hierbei immer das Segelflugzentrum Königsdorf. Obwohl das Wetter in diesem Jahr, nicht nur aus Sicht der Segelflieger, nicht so besonders gut war, gelangen den Königsdorfer Piloten einige wirklich spektakuläre Flüge. Mit 228.125km umrundeten sie mehr als viereinhalb Mal die Erde ausschließlich mit der Kraft der Sonne, fliegerischem Geschick und überaus reicher Flugerfahrung.

Goldmedaille in der Juniorenwertung und der Gesamtwertung

In der Juniorenwertung erflog sich die Benjamin Bachmaier die Goldmedaille. Die Thermik, wie der Aufwind bei Fliegern genannt wird, trug ihn bei seinen drei besten Flügen dabei bis zu einer Gipfelhöhe von über 4000 Metern aufwärts. In diesen nach oben gerichteten Luftströmen erklomm er kreisend die Ausgangshöhen die er jeweils benötigte, um im schnellen Gleitflug geradeaus die jeweils vorher festgelegten Wendepunkte zu erreichen. Dabei flogen er mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 km / h. So ein stetes auf und ab, dazu bei höchster Konzentration der Piloten, die ja nicht nur die Thermik suchen und navigieren, sondern darüber hinaus auch noch die Luftverkehrsregeln beachten und das Flugzeug steuern müssen, verlangten von den Fliegern extrem hohe physische Kondition. Zu der Goldmedaille in der Juniorenwertung erflog Bachmaier in der Seniorenwertung der Standardklasse, in der alle Flugzeuge mit einem starren Flügelprofil und maximal 15 Meter Flügelspannweite gewertet werden, die Bronzemedaille. Hier platzierte er sich direkt hinter Mathias Schunk (47), der den Silberplatz erflog. Schunk, der ebenfalls für zwei Europarekorde geehrt wurde, erflog sich zusätzlich noch die Goldmedaille in der Doppelsitzerklasse, wobei er hier zwei der drei Wertungsflüge gemeinsam mit seiner Tochter Marie absolvierte. Ebenso gewann er die Goldmedaille in der Gesamtwertung über alle Flugzeugklassen. Sein Medaillensortiment komplettierte Mathias Schunk mit der Bronzemedaille in der Standardklasse Mannschaftswertung, gemeinsam mit Bachmaier und Thomas Lehmann (32). Ebenfalls Bronze ging in der Vereinswertung, in der alle geflogenen Kilometer aufaddiert werden nach Königsdorf an das SFZ. Knapp an Medaillen vorbeigeflogen ist Gerd Heidebrecht, der in der 18 Meterklasse auf Rang vier kam und in der Mannschaftswertung dieser Klasse gemeinsam mit Thomas Wolf und Philipp Theilmann auf dem fünften Platz landete.

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