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Erneut starkes Nord – Südgefälle in der Segelflug Bundesliga

Mo, 29. Apr 2013

Nachdem die Piloten vom SFZ Königsdorf in der ersten Bundesliga Runde nur zuschauen konnten wie die Vereine aus Norddeutschland punkteten, waren die Wetterprognosen für das vergangene Wochenende für den Süden Deutschland zunächst wieder nicht sehr rosig, während die Thermikprognosen für Norddeutschland erneut sehr gut waren.

Samstag gab es einen Plan A und einen Plan B

Eindrucksvolle Stimmungsbilder gab es für die Königsdorfer Segelflieger am Samstag bei ihren Rückflügen aus dem Föhn nach Königsdorf, als sie teilweise über den Wolken flogen. Hier über dem Tegernsee.

Am Samstag gab es für die Königsdorfer Bundesligapiloten zwei Möglichkeiten Punkte zu erfliegen. Einmal über dem Flachland und die andere Chance bot sich durch den einsetzenden Föhnwind, wozu man sich allerdings bis in den Bereich um Mittenwald vorarbeiten musste, um dort den Einstieg in die Wellenaufwinde zu suchen. Benjamin Bachmaier und das Doppelsitzerteam Christoph Kraul / Vincent Heckert versuchten sich in den Vorbergen, wobei Bachmaier recht bald mangels Thermik in Greiling landen musste, während das Doppelsitzerteam die Minimalwertung von 40 km/h mit 40,6 km/h knapp übertraf und somit eine Wertung sicherte. Mathias Schunk versuchte sich zunächst ganz im Voralpengebiet und flog Richtung Wasserburg und wieder zurück und rechnete hoch, dass er knapp über 50 km/h in der 2 ½ stündigen Wertungszeit erzielt haben müsste.

Bei minus zwölf Grad und mit Freigabe der Fluglotsen bis auf 5000 Meter

Währenddessen meldeten Klaus Peter Renner, Benjamin Schulz und Hans Trautenberg, die von Anfang an Richtung Süden unterwegs waren, im Flugfunk, dass sie den Einstieg in den Föhn an der Sojernspitze geschafft hätten. Daraufhin machte sich Schunk ebenfalls auf den Weg Richtung Karwendel. Gemeinsam mit Hans Trautenberg stieg er bei Mittenwald mit einer speziellen Freigabe der Münchener Flugsicherung in einer Welle auf knapp 5000 Meter. „Ähnlich wie hinter einem Stein in einem Fluss bilden sich auch hinter Bergen bei gewissen Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten Wellen aus, in dem wir Segelflieger steigen können“, erklärt Mathias Schunk das Wetterphänomen. Während Trautenberg auf Ostkurs bis zum Wendelstein ging, um von dort ins Inntal zu fliegen, flog Schunk noch etwas nach Westen und von dort ins Inntal und weiter Richtung Gerlos. Bei Innsbruck stand eine sehr gute Welle, die andere Segelflieger bis auf 7500 Meter nutzten. „Meine Kleidung war jedoch für solche Flughöhen alles andere als angepasst, ich hatte lediglich einen dünnen Pulli und Jeans an. Obwohl ich das Abdecktuch der Cockpitkanzel aus dem Gepäckfach hervorkramte und mich darin einhüllte, um mich irgendwie warm zu halten, war bei 5000 Meter und minus zwölf Grad einfach Schluss“, erklärte der ausgefrorene Schunk nach der Landung seinen Fliegerkameraden. Leider gab es auch sehr viele Wolken, welche die direkte Flugroute immer wieder versperrten und sowohl Trautenberg, als auch Schunk große Umwege fliegen mussten, um nicht in Wolken zu gelangen und somit auch den Bundesligaschnitt beeinträchtigten. Am Ende standen 98,5 km/h für Schunk und 81,4 km/h für Trautenberg in der Wertung. Das Bundesligatrio des SFZ Königsdorf vervollständigte Klaus Peter Renner mit 79,0 km/h, der allerdings laut Pressesprecher Schunk den größten Anteil an dem Bundesligaerfolg hatte: „ KP, wie wir Klaus Peter alle nennen war derjenige, der die Welle an der Sojernspitze als erster erflogen hat und uns alle auf diese Richtung einschoss.“

Zwischenführung am Samstag und Warten am Sonntag

Am Samstag lag das SFZ Königsdorf dann auf Platz eins der Zwischenwertung, vor den beiden Hamburger Vereinen HAC Boberg und HVL Boberg. Für Sonntag versprachen die Thermikprognosen jedoch, ähnlich wie in der ersten Runde sehr gute Bedingungen in Norddeutschland, während man in Königdorf über Flüge in der näheren Umgebung nicht hinauskam und man sich auf Schulungsflüge und die Ausstellung eines Segelflugzeuges am Geretsrieder Kinder- und Jugendtag konzentrierte. Der HAC Boberg sicherte sich am Ende den souveränen Rundensieg mit 313,8 km/h, vor dem amtierenden Deutschen Bundesligameister LSV Burgdorf (289,0 km/h) und dem LSC Bayer Leverkusen (286,4 km/h). Das SFZ Königsdorf wurde bis auf Platz sieben durchgereicht, erhielt aber dennoch 14 Punkte und war der einzige Verein der südlich der Mainlinie punkten konnte. In der Tabelle lieget das Rundensiegertrio, welches bereits in der ersten Runde auf den drei Spitzenplätzen lag nun gemeinsam mit jeweils 38 Punkten in Führung. Das SFZ Königsdorf rangiert mit 14 Punkten als bestes Teams Süddeutschland auf Platz elf. Insgesamt haben momentan noch 17 der insgesamt 30 Bundesligateams null Punkte auf ihrem Konto, eine Situation, die es in den bisherigen 12 Segelflug Bundesliga Jahren noch nie gab. „Vor allem, dass praktisch alle Teams von der schwäbischen Alb und aus dem Schwarzwald nach zwei Runden noch ohne Punkte dastehen ist ein absolutes Novum“, kommentiert der 47-jährige Schunk die besondere Situation.

Zweite Runde der Segelflug Bundesliga

PlatzPunkteGeschwindigkeitClub
120313,81HAC Boberg (HH)
219289,05LSV Burgdorf (NI)
318286,40LSC Bayer Leverkusen (NW)
417281,25FK Brandenburg (BB)
516265,99HVL Boberg (HH)
615261,25FG Oerlinghausen (NW)
714258,91SFZ Königsdorf (BY)
813250,70AC Braunschweig (NI)
912237,80LSV Bückeburg-Weinberg (NI)
1011217,70LSV Altkreis Isenhag (NI)
111061,80AC Nastätten (RP)

Tabelle nach der zweiten von 19 Runden der Segelflug Bundesliga

PlatzPunkteGeschwindigkeitClub
138592,14HAC Boberg (HH)
238576,96LSC Bayer Leverkusen (NW)
338576,13LSV Burgdorf (NI)
431519,81FG Oerlinghausen (NW)
530520,57FK Brandenburg (BB)
630517,89HVL Boberg (HH)
728506,14AC Braunschweig (NI)
828488,37LSV Altkreis Isenhag (NI)
924456,77LSV Bückeburg-Weinberg (NI)
1019252,98AC Nastätten (RP)
1114258,91SFZ Königsdorf (BY)
1211200,97AC Bamberg (BY)
1310192,53LSG Bayreuth (BY)
148162,56SFG Giulini/Ludwigshafen (RP)
157145,28FLC Schwandorf (BY)
16685,37Aero-Club Ansbach (BY)
17553,01FSV Sindelfingen (BW)

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