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Kopfüber bei der Segelflug WM

Di, 12. Aug 2014

Königsdorfer Kunstflieger auf der Weltmeisterschaft in Polen. Auf der diesjährigen Segelkunstflugweltmeisterschaft traten in der vergangenen Woche im polnischen Torun die weltbesten Segelkunstflug-Piloten gegeneinander an. Mit Wolfgang Schieck und Ulrich Hülsmann vertraten diesmal gleich zwei Piloten des SFZ Königsdorf als Mitglieder der Nationalmannschaft die deutschen Farben. Während es für Schieck nach 2011 und 2012 bereits die dritte Weltmeisterschaftsteilnahme war, war Hülsmann nach 2013 zum zweiten Mal für eine WM qualifiziert.

20140812 Kunstflug

Bekanntes Pflichtprogramm am Anfang

Traditionell beginnen Kunstflugmeisterschaften immer mit einer bekannten Pflicht, einer Sequenz von Kunstflug-Figuren, die schon Wochen vor dem Wettbewerb bekannt gegeben worden sind, und somit von jedem Piloten geübt werden können. Das Programm besteht aus acht Figuren wie Looping, Aufschwung, Turn und Männchen. Ähnlich wie beim Eiskunstlauf oder Wasserspringen werden die Figuren anhand ihres Schwierigkeitsgrades und Exaktheit der Ausführung von mehreren Kampfrichtern benotet. Wolfgang Schieck landete mit Platz 21 hier im Mittelfeld, während Ulrich Hülsmann 31. wurde.

Verbesserungspotenzial bei der Kür

In der folgenden Kür müssen neben Rollenkreisen auch gerissene und gestoßene Rollen enthalten sein, bei denen durch ruckartige Steuerbewegungen absichtliche Strömungsabrisse am Flügel erzeugt werden, womit schnelle Drehbewegungen und andere, spektakulär anzusehende Flugfiguren geflogen werden können. Hier landete Schieck auf Rang 25, gegenüber seiner letzten WM Teilnahme einer Verbesserung, denn 2012 landete er in der Kür noch auf dem vorletzten Platz, den diesmal Ulrich Hülsmann belegte.

Zwei weitere unbekannte Programme bei schwierigem Wetter

Zu den schwierigsten Programmen gehören für die Piloten die unbekannten Pflichtprogramme, bei der die zu fliegenden Figuren erst am Vortag bekanntgegeben werden und das Programm nicht mehr geübt werden darf. Die Figuren fordern sowohl vom Piloten, als auch vom Flugzeug einiges ab, wird man bei den extremen Flugmanövern doch teilweise mit dem bis zu fünffachen des eigenen Körpergewichts in den Sitz gepresst und erreicht man mit 280 km/h auch die maximal zulässige Geschwindigkeit der Flugzeuge. Die Anspannung ist daher bei allen Piloten extrem hoch und da das Wetter dabei leider nicht so optimal mit spielte, da sehr oft sehr starker Wind herrschte und dadurch Wertungen immer wieder verschoben werden mussten, sorgte dies für die Piloten in ihrer Konzentrationsphase immer wieder für zusätzlichen Stress. Ulrich Hülsmann, der mit dem Eigenbau der in Königsdorf ansässigen Akaflieg, der MÜ 28 an den Start ging, verpatzte beim letzten Flug ebenfalls eine Figur, da er das Rückentrudeln nicht nach dem gefordertem Winkel beendete. Schon eine Winkelüberschreitung von 45 Grad bedeutet, dass die geflogene Figur mit null Punkten bewertet werden muss. „Diese Figur ist allerdings für die MÜ 28 auch extrem schwierig zu fliegen", erklärt der Königsdorfer Pilot und amtierende deutsche Meister im Motorkunstflug Sascha Odermann, der im Jahr 2011 ebenfalls mit der MÜ 28 auf der WM am Start war.

Die vorderen Platzierungen wurden alle mit Swift oder Fox erflogen

Wie bereits bei den letzten Weltmeisterschaften bestätigte sich, dass man eigentlich nur mit einem Flugzeug vom Typ Swift oder Fox konkurrenzfähig ist. Alle vorderen Platzierungen gingen an diese beiden Segelkunstflugzeuge. Es bleibt somit der Trost trotz Platz 25 für Wolfgang Schieck und Platz 32 für Ulrich Hülsmann: Sie waren die einzigen beiden Piloten mit diesen "schwächeren" Flugzeugen, und somit die besten Ihrer "Klasse". Für Schieck stand aufgrund des unterlegenen Materials von vornherein der olympische Gedanke im Vordergrund: „90 % der Punkte des Siegers wollte er erreichen, am Ende waren es dann 87%“, erzählt der 53-jährige Lufthansa Kapitän. Weltmeister wurde erneut der Pole Maciej Pospieszynsk. „Das Miteinander der Teilnehmer empfand ich als freundschaftlich. Während des Wettbewerbs ergaben sich etliche Gelegenheiten zum interessanten und freundschaftlichen Austausch mit den anderen Teams", berichtet Hülsmann nach seiner Rückkehr nach Königsdorf von seiner zweiten WM.

Kunstflugvorführungen am Königsdorfer Flugplatzfest

Für alle Flugbegeisterten gibt es beim traditionellen Königsdorfer Flugplatzfest am 6. und 7. September (bei schlechtem Wetter eine Woche später) die Möglichkeit sowohl die MÜ 28 als auch Wolfgang Schieck in seiner SZD 59 neben anderen Flugvorführungen zu bestaunen.

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