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Mit dem Segelflugzeug auf dem Strich

So, 19. Okt 2014

Fritz Kraatz Gedächtnisfliegen der Segelflieger. Einen Wettbewerb der etwas anderen Art gab es am letzten Samstag am Segelflugzentrum in Königsdorf. Geht es für die Herren der Lüfte normalerweise darum möglichst große Flugstrecken im lautlosen Flug zurück zulegen, ging es diesmal darum, so nah wie möglich an einer Linie aufzusetzen.

Mit dem Segelflugzeug so nah wie möglich an der Linie zu landen galt es am Samstag beim Fritz Kraatz Gedächtnis Fliegen.
Alico Sternbeck (mitte) bei der Übergabe des Fritz Kraatz Wanderpokals an Olivia Romeni und Emanuel Schieck

Inzwischen schon traditionell im Oktober, wenn die Thermik keine großen Streckenflüge mehr zulässt, findet das Fritz Kraatz Gedächtnisfliegen nun schon zum 18. male statt. Die Piloten des Segelflugzentrums trafen sich, um den vor 18 Jahren gestorbenen Gründervater des Flugplatzes, Fritz Kraatz zu gedenken.

Gemeinsamer Sieg von Olivia Romeni und Emanuel Schieck

Den ersten Preis beim Ziellandewettbewerb erflogen sich dieses Jahr gleich zwei Piloten, die beide die Linie exakt trafen. Sowohl Olivia Romeni, als auch Emanuel Schieck, der mit 14- Jahren der jüngste der 62 Teilnehmer war, landeten das etwa 350 kg schwere Segelflugzeug vom Typ LS 4, bzw. Astir exakt auf die mit einem Absperrband markierte zu treffenden Aufsetzlinie. Nur einen Meter weiter entfernt landete mit der normalen Aufsetzgeschwindigkeit von knapp 80 km/h Marcel Sohnius.

Unendliche Kleinarbeit durch Fritz Kraatz

Bei der abendlichen Siegerehrung übergab Flugplatzchef Alico Sternbeck nicht nur den Wanderpokal an die beiden Sieger, sondern erinnerte auch an die Anfangszeiten des heutigen modernen Segelflugzentrums, bei dem Fritz Kraatz einer der Urväter gewesen ist. Kraatz war von 1958 bis 1982 Vorsitzender der Segelfluggruppe Isartal. Beim Zusammenschluss zur Segelflugplatzgemeinschaft Königsdorf im Jahr 1963 war er der Gründungsvorsitzende. Den Aufbau des Fliegerzentrums hatte er über viele Jahre hinweg engagiert mitgestaltet. In seiner Amtszeit wurden die Weichen für den Ausbau der ehemaligen Sumpfwiese zu dem heute vorbildlichem und einem der sportlich erfolgreichstem Segelflugplätze in Deutschland gestellt. Heute profitieren knapp 400 Mitgliedern mit mehr als 70 Segelflugzeugen von der Weitsicht und der unendlichen Kleinarbeit von Fritz Kraatz und seinen Mitarbeitern der ersten Stunde. Viele Piloten von heute wissen gar nicht, dass in den Anfangszeiten aufgrund des hohen Wasserstandes oft nur wenige Flugtage möglich waren, so wie z.B. im Jahre 1961, als es im ganzen Jahr insgesamt nur sechs Tage waren, an denen ein Flugbetrieb möglich war. So organisierte Kraatz u.a. den Grundkauf, den Bau der Asphaltbahn, um unabhängig vom Wasserstand im Moor zu werden, sowie die Errichtung eines beschränkten Bauschutzbereichs und die unbefristete Platzgenehmigung und legte so den Grundstein für den heutigen Erfolg.

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