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Föhnsturm beflügelt

Mi, 05. Nov 2014

Königsdorfer Piloten starten früh und fliegen große Strecken.Normalerweise bildet das traditionelle Flugfest Anfang September immer den Saisonabschluss der Streckenflugsaison in Königsdorf. Die Bundesliga ist beendet und die Sonne ist dann auch nicht mehr so stark, dass die Thermik deutlich schwächer wird und keine großen Streckenflüge mehr zulässt. So konzentrieren sich die Piloten im Herbst meist nur noch auf Schulflüge und auch die Winterarbeit an den Flugzeugen beginnt dann schon langsam. Am Dienstag war das ein wenig anders und man konnte nochmals sehr große Flugstrecken zurücklegen.

Mit Sonnenaufgang starteten die Königsdorfer Segelflieger am Dienstag zu großen Flügen im Föhnwind.

Starker Föhnwind bildet gute Aufwindquelle für Segelflieger

Das wunderschöne Föhn Wetter der letzten Tage nutzten die Königsdorfer Segelflieger, um ihre Segler nochmals in die Lüfte zu erheben und weite Strecken zu fliegen. Der stärkste Föhnwind war für Dienstag vorhergesagt und so trafen sich Benjamin Bachmaier, Mark Fingerle, Vincent Heckert, Gerd Heidebrecht und Mathias Schunk bereits am Montagabend um die Flugzeuge startklar zu machen. „Während man bei Thermikflügen frühestens gegen halb zehn starten kann, weil vorher die Sonne noch nicht genug Energie hat um Thermik zu erzeugen, ist dies bei Föhnflügen anders“, erklärt Pressesprecher Mathias Schunk die besondere Wetterlage. „Bei Föhn nutzen wir einzig und allein den starken Südwind, der auf die langgestreckten Bergzüge trifft als Auftriebsquelle und der Wind weht unabhängig von der Tageszeit, so dass hier der Sonnenaufgang als gesetzliches Limit für Segelflüge der limitierende Faktor für unseren Startzeitpunkt ist“, so Schunk weiter.

Start mit Sonnenaufgang

Pünktlich mit Sonnenaufgang, kurz nach sieben starteten die Königsdorfer Piloten dann auch hintereinander weg. „Bereits für die tolle Sonnenaufgangsstimmung hat es sich gelohnt“, schwärmt der 17-jährige Vincent Heckert, der seinen ersten Föhnflug in einem einsitzigen Segelflugzeug unternahm, nachdem er letztes Jahr bereits einen Föhnflug im Doppelsitzer gemeinsam mit Bachmaier unternommen hatte. Über dem Kochelsee fand man, wie sehr oft den ersten Wellenaufwind. „Das ist wie hinter einem Stein in einem Fluss, dahinter bildet sich auch eine Welle und genauso wellt die Luft auch hinter Bergen, wenn der Wind stark genug ist. Und genau diesen Aufwind versuchen wir zu nutzen“, erklärt Schunk die Flugtaktik bei Föhn. Bis zu der von der Flugsicherung in diesem Bereich vorgegebenen Höchstgrenze von 3800 Meter stiegen die Piloten hier, um danach Richtung Süden gegen den mit bis zu 90 km/h sehr starken Wind vorzufliegen, wo sie im Inntal in das, wie üblich beste Gebiet gelangten. Von hier aus flogen alle Richtung Arlberg und danach Richtung Osten. Entlang des Inntals, über den Wilden Kaiser, das Steinerne Meer ging es bis zum Dachstein, wo das Doppelsitzerduo Bachmaier/Fingerle wendete, während Schunk noch knapp 100 Kilometer weiter bis östlich von Eisenerz flog. Entlang der tragenden Linien ging es dann auf ähnlicher Flugroute wieder zurück und um kurz vor fünf, kurz vor Sonnenuntergang waren alle wieder überglücklich in Königsdorf gelandet. Mit 1174 Kilometer Flugstrecke erzielte Mathias Schunk an diesem Tag weltweit die weiteste Flugstrecke und das Doppelsitzergespann Bachmaier/Fingerele rangierten in der Tageswertung mit 1036 km direkt hinter Schunk.

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