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Segelflieger investieren erneut in Lärmschutz

So, 29. Mär 2015

Erstflug des neuen Arcus M in Königsdorf. Das Segelflugzentrum Königsdorf hat in den letzten Jahren sehr viel investiert, um die Lärmbelastung immer weiter zu senken und auch in 2015 wird diese Tendenz weitergeführt. Am vergangenen Samstag wurde der neue Arcus M, ein doppelsitziges Segelflugzeug, welches mit Hilfe eines eingebauten Klapptriebwerks selbst starten kann, eingeweiht.

Der neue eigenstartfähige Arcus M, der zur erneuten Reduzierung des Fluglärms beiträgt vor dem Erststart in Königsdorf am vergangenen Samstag (vorne: Jens Ammerlahn, hinten:Thomas Wolf)

Reduzierung der Lärmbelastung

In den letzten Jahren haben die superleisen Windenstarts im Verhältnis zu den Flugzeugschlepps immer mehr zugenommen, nicht zuletzt durch die Anschaffung einer Elektrowinde und die Befestigung der Rückholstrecke für die Windenseile. „Die insgesamt notwendige Startkapazität lässt sich alleine durch Windenstarts jedoch leider nicht komplett erreichen, daher sind wir auch zukünftig auf Flugzeugschlepps angewiesen“, erklärt Pressesprecher Mathias Schunk. Aber auch hier hat das Segelflugzentrum in den vergangenen Jahren bereits viel Geld in die Hand genommen. So wurden spezielle Motorsegler angeschafft, welche die reinen Segelflugzeuge in die Luft ziehen können. Die dort eingebauten 115 PS starken Rotax Motoren entwickeln deutlich weniger Lärm, als die Lycoming Motoren, welche in den normalen Schleppflugzeugen eingebaut sind. „Aufgrund der Tatsache, dass die Motorsegler aber maximal 600kg schwere Segelflugzeuge schleppen dürfen, sind die Motorsegler nicht für alle Schleppflüge einsetzbar. In 2014 wurde zusätzlich ein Ultraleichtflugzeug angeschafft, welches ebenfalls mit einem leisen Rotax Motor ausgerüstet ist und somit auch zur weiteren Lärmreduzierung beiträgt und sogar Segelflugzeuge bis zu 750kg Gesamtgewicht schleppen darf.

Eigenstartfähige Segelflugzeuge vermindern den Lärm bei Start und Landung

Der nun neu angeschaffte Arcus M, wobei das M für „Motor“ steht, welcher ein Abfluggewicht von bis zu 820kg hat, könnte als reines Segelflugzeug lediglich von den 180 PS starken Schleppflugzeugen in die Luft gezogen werden. Ein eingebauter 70 PS Motor, der nach dem Start in den Rumpf eingeklappt werden kann, so dass der Arcus M danach wie ein reines Segelflugzeug betrieben werden kann, ermöglicht es jedoch autark zu starten. Der Startlärmpegel liegt hierbei bei 64,8 dB(A) und liegt dabei im Verhältnis zu den sowieso schon sehr leisen Motorseglern, die es auf 70,3 dB(A) bringen, sogar nochmals niedriger. Zum Vergleich: Ein Pkw der Golf-Klasse liefert im Stand einen Lärmpegel von ca. 80 dB(A). „Eine zusätzliche Lärmreduzierung entsteht dadurch, dass der bei einem normalen Schleppflug notwendige Rückflug und die Landung des Schleppflugzeuges mit Motorkraft, bei einem eigenstartfähigen Segelflugzeug komplett wegfällt“, erklärt Schunk einen weiteren Vorteil und erklärt weiter: „im Falle einer evtl. Außenlandung auf einem anderen Flugplatz, wenn der Pilot keinen Aufwind mehr findet, entfällt auch ein Rückschlepp des gestrandeten Seglers, da dieser ja aus eigener Kraft zurückfliegen kann“. Der Arcus M ist mittlerweile das vierte eigenstartfähige Segelflugzeug in Königsdorf, wobei es sich hierbei allesamt um sehr schwere Segelflugzeuge handelt, die nicht mit einem Motorsegler oder dem Ultraleichtflugzeug geschleppt werden könnten.

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