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Feiern statt Fliegen

Di, 09. Jun 2015

Was machen die Segelflieger, wenn sie am Boden bleiben müssen? Vergangenen Sonntag bot das Segelflugzentrum Königsdorf einen äußerst ungewöhnlichen Anblick, man könnte ihn beinahe gespenstisch nennen, hätte nicht eine wundervolle Sonne geschienen.

Die Fahrrad Polizei Patrouille am Segelflugzentrum während des G 7 Gipfels.
Jede Flugbewegung am Sonntag wurde seitens der am Sonntag auf dem Königsdorfer Segelflugplatz stationierten Polizeieinheit inspiziert
Ein etwas ungewöhnlicher Anblick bot sich am Samstag Abend in den Hallen des Segelflugzentrums, als die Piloten im Vorfeld des gesperrten Luftraum im Hangar eine große Party samt Samba Vorführung feierten.
„Sambawahnsinn“ stattBundesligaflüge im Segelflugzeughangar

Über den Bergen standen bereits kurz nach zehn Uhr als erste Zeichen der Morgenthermik Cumuluswolken, die eine prächtigen Segelflugtag versprachen. Daran war jedoch höchstens ungewöhnlich, dass diese Wolken einen der bisher besten Flugtage der Saison ankündigten. Als um sieben Uhr morgens, nach dem beeindruckendem Gewitter der Nacht, die Piloten vor den Hangars auftauchten, um die fliegerischen Möglichkeiten einzuschätzen, so war auch das nicht ungewöhnlich. Etwas ungewöhnlicher waren schon die beiden Polizisten, die bewaffnet und in voller Uniform auf Fahrrädern eine Inspektionsrunde um den Flugplatz absolvierten und dass bei jedem Hubschrauber der vorbei flog die Polizisten sofort mit dem Fernglas schauten, ob es sich um Freund oder Feind handelt. Doch wirklich verstörend war die gespenstische Ruhe auf dem Flugplatz. Es wurden keine Hangartore aufgeschoben, keine Segelflugzeuge wurden aufgerüstet, die erste Hitze des Morgens flimmerte ungestört über den Wiesen und Rollbahnen. Keine Elektrowinde wurde auf ihren Platz gefahren, um die ersten Flugschüler des Tages in den Himmel zu befördern, keine Jugendlichen des SFZ planten ihren Bundesligaflug, die Schlepppiloten betankten keine Motorflugzeuge. Der Grund dieser Ruhe zog gegen 7 Uhr westlich des Segelflugzentrums in 600 Meter Höhe mit sonorem Brummen vorüber, als eine Formation von Hubschraubern den Präsidenten der Vereinigten Staaten zum Tagungsort des G7-Gipfels, dem Schoß Elmau brachte, gefolgt von den Staatschefs der anderen G7-Teilnehmer. Dieses Treffen der Mächtigen hatte so manche unerwartete Nebenwirkung im Voralpenland und diese völlige Sonntagsruhe auf den Segelflugplätzen der Region war eine davon, denn die Regierung richtete eine Flugverbotszone von 30 Nautischen Meilen (ca. 56 km) rund um Schloß Elmau ein, in der nicht einmal Modellflugzeuge starten durften. So wurde ein Vater der neben dem Segelflugplatz gemeinsam mit seinem kleinen Jungen einen Modellgleitschirm fliegen ließ auch sofort seitens der Polizei auf sein strafbares Verhalten hingewiesen. Und so blieben bei diesem Kaiserwetter eben auch die Königsdorfer Segelflieger am Boden. Die machten aber das beste daraus und veranstalteten kurzerhand eine große Feier, schließlich galt es verschiedene Geburtstage, Hochzeiten und Geburten zu feiern. So wurden dann einige Segelflugzeuge in ihren Hänger verpackt, um Platz in einer der Hallen für Tische und Tanzfläche zu schaffen. Aus dem Anlass des Flugverbots wurde ein rundum gelungener Abend. Die Krönung des Fests war die Samba-Darbietung zu Ehren des 50. Geburtstags eines Königsdorfer Fluglehrers - man tanzte und feierte die ganze Nacht bis die Morgendämmerung anbrach. In ihren Zelten und Wohnwägen waren deshalb alle Piloten und ihre Gäste glücklich und zufrieden ob der morgendlichen Ruhe auf dem Flugplatz, gut bewacht von der bayerischen Bereitschaftspolizei aus Sulzbach-Rosenberg.

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