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Rekordflug über den Alpen

Mo, 10. Aug 2015

Florian Seibel und Mathias Schunk fliegen bis zum Mont Blanc und zurück. Am Freitag vergangener Woche waren die Segelflug Wetterprognosen für den westlichen Alpenbereich sehr gut. Florian Seibel und Mathias Schunk planten daher an diesem Tag einen neuen deutschen Klassenrekord in der Doppelsitzerklasse in der Kategorie Zielrückkehrflug zu fliegen. Die bisherige Bestmarke lag bei 773 km, aufgestellt im letzten Jahr von Daniel Schneider und Ulrich Wagner mit einem Flug von Ludwigshafen bis in den Bayerischen Wald und zurück.

Die frisch gebackenen Rekordpiloten vom SFZ Königsdorf: Florian Seibel (links) und  Mathias Schunk (rechts) nach ihrem Zielrückkehr Flug über 800,6 km zum Mont Blanc und zurück. Blick auf das Matterhorn während des Rekordfluges von Florian Seibel und Mathias Schunk

Probleme gleich zu Beginn des Fluges

Um elf Uhr starteten die beiden ihren Rekordversuch, an dem zuvor im Flugdatenrekorder programmierten Abflugpunkt am Alpamare. Ziel war der Mont Blanc, 400,3 km entfernt. Nach einem ersten schwachen Aufwind über der Benediktenwand flogen die beiden weiter Richtung Sojern Grat, der meist eine zuverlässige Thermikquelle darstellt. Leider versagte dieser aber den beiden den Dienst, so dass sich das Duo plötzlich sehr tief an den Hügeln nordwestlich von Krün wiederfand. Nur sehr mühsam und mit viel Zeitverlust konnte man eine Außenlandung gleich zu Beginn des Fluges verhindern. Nachdem man nach einer halben Stunde endlich wieder oben war, ging es weiter über Wank und Kramer nach Südwesten. „Der Standardweg übers Inntal war am Freitag wettertechnisch nicht machbar, da aufgrund bereits aufziehender Gewitter im Süden dort keine vernünftige Thermik zu erwarten war“, beschreibt Schunk die Flugwegwahl.

Gute Bedingungen im Rhein- und Rhonetal bei herrlicher Aussicht

Übers Lechtal ging es zum Arlberg und von hier weiter über das Montafon ins Rheintal. Bei sehr guter Thermik kamen die beiden gut voran und querten um 14:20 Uhr den Furkapass ins Rhonetal. Knapp 130 Km waren es von hier noch bis zum angemeldeten Wendepunkt am Mont Blanc. „Unser Zeitplan war spätestens um 15:30 Uhr die Wende zu umrunden, da ansonsten die Wahrscheinlichkeit zu groß geworden wäre aufgrund des Thermikendes am Abend Königsdorf nicht mehr zu erreichen,“, beschreibt Florian Seibel die Planung des Fluges. „Der Vorbeiflug an Finsteraarhorn, dem Aletschgletscher, Eiger Mönch und Jungfrau war wieder einmal ein reiner Genuss und einmal mehr ein Beweis dafür, was für ein toller Sport Segelfliegen ist“, freut sich Mathias Schunk über die optischen Reize der Schweizer Bergwelt. Etwas östlich von Sion erreichte das Duo mit 3900 Meter die größte Flughöhe des gesamten Fluges und querte auf die südliche Seite des Rhonetals. Um 15:26 Uhr konnte der Wendepunkt erfolgreich umrundet werden. „Im Gegensatz zu meinem offene Klasse Rekordflug vor vier Wochen war der Mont Blanc diesmal wolkenlos und ein weiteres optisches Highlight“, berichtet Schunk, der am 11. Juli bereits einen Deutschen Zielrückkehr Klassenrekord in der offenen Klasse mit 915,8 km aufgestellt hatte. Am Rückweg fand man dann zunächst keine vernünftigen Aufwinde mehr und bis querab vom Matterhorn sank die Durchschnittsgeschwindigkeit im Stundenmittel zwischenzeitlich auf unter 80 km/h, wodurch der Zeitplan ins Wanken geriet. Kurz vor der Querung des Furkapasses fanden die beiden aber einen guten Aufwind, so dass einem zügigen Weiterflug ins Rheintal nichts im Wege stand.

Wetterbedingter Umweg nach Norden am Heimweg notwendig

Die weitere Optik nach Osten versprach dann allerdings nichts Gutes, denn das Engadin war weiterhin nicht thermisch entwickelt und auch über dem Paznauntal standen diverse Schauer, so dass man sehr weit nach Norden ausweichen musste. Letztendlich flog man bis ins Allgäu und als man um kurz nach halb sieben, südlich von Oberstdorf nochmals auf fast 3000 Meter steigen konnte, kam langsam aber sicher eine gewisse Erleichterung im Cockpit auf, denn nun waren die beiden sich ziemlich sicher, dass die Höhe reichen würde, um den Anfangs- und Zielpunkt am Alpamare im Gleitflug erreichen zu können. Dieser konnte dann acht einhalb Stunden nach dem Abflug um 19:30 Uhr umrundet werden und kurz später landeten die beiden überglücklich in Königsdorf und die bisherige Rekordmarke war um 25 Kilometer überboten.

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