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Segelflug Kunstflug WM in Tschechien

Fr, 21. Aug 2015

Wolfgang Schieck vom SFZ Königsdorf zum vierten Mal bei einer Weltmeisterschaft.Die Segelkunstflugweltmeisterschaft fand dieses Jahr in Tschechien in Zbraslavice, südöstlich von Prag statt. Erneut vertrat Wolfgang Schieck vom SFZ Königsdorf als Mitglieder der Nationalmannschaft gemeinsam mit sechs anderen deutschen Piloten die deutschen Farben. Mit Ulrich Hülsmann 2014, Sascha Odermann im Jahr 2011 und Roland Bauer, der bereits 1997 auf der Kunstflug WM in Antalya als erster Königsdorfer Pilot an den Start ging, waren mittlerweile bereits vier verschiedene Königsdorfer Piloten auf Segelkunstflug Weltmeisterschaften am Start. Für Schieck war es jetzt bereits die vierte Weltmeisterschaft Teilnahme.

Wolfgang Schieck in seiner SZD 59, bei der an den Flügelenden Winkelmesser angebracht sind, damit man die Kunstflugfiguren möglichst exakt steuern kann

Pflicht- und Kürprogramme, ähnlich wie beim Eiskunstlauf

Im Gegensatz zum Streckensegelfliegen, wo es um die Länge der geflogenen Strecke geht, ist der Aktionsraum der Kunstflieger eher übersichtlich. Als "Aktionsfeld" dient den Kunstfliegern die sogenannte "Box", ein imaginärer Würfel in der Luft über dem Flugfeld mit einer Kantenlänge von einem Kilometer. Während die normalen Pflicht- und Kür-Programme vor der Meisterschaft intensiv geübt werden können, erfahren die Piloten bei der "unbekannten Pflicht" erst kurz vor dem Start, welche Figuren geflogen werden sollen. Ähnlich wie beim Eiskunstlauf beurteilen Kampfrichter sowohl den Schwierigkeitsgrad der Übung, als auch die Exaktheit der Ausführung. Senkrecht steigen die Flugzeuge dabei teilweise in den Himmel bevor sie plötzlich für einen Augenblick in der Luft innehalten, um dann vorne über oder seitlich abzukippen und trudelnd in die Tiefe stürzen. Was bei einem gewöhnlichen Flug wie eine Katastrophe aussehen würde, gehört beim Kunstflug zu den ganz normalen Manövern. Vom Piloten erfordert das höchste Konzentration und auch körperliche Belastbarkeit, denn teilweise wirken bei den Flugfiguren gewaltige Kräfte auf den Organismus.

Bekanntes Pflichtprogramm am Anfang

Traditionell beginnen Kunstflugmeisterschaften immer mit einer bekannten Pflicht, bei der jeder Pilot die gleichen Figuren fliegen muss und die Aufgaben lange vorher bekannt sind und somit geübt werden können. Das Programm besteht aus acht Figuren wie Looping, Aufschwung, Turn und Männchen. In der folgenden Kür müssen neben Rollenkreisen auch gerissene und gestoßene Rollen enthalten sein, bei denen durch ruckartige Steuerbewegungen absichtliche Strömungsabrisse am Flügel erzeugt werden, womit schnelle Rollen und andere, spektakulär anzusehende Flugfiguren geflogen werden können. Bei der bekannten Pflicht hatte Schieck leider einmal kurz die Box verlassen, was bei 250 km/h und einem Kilometer Kantenlänge der Box recht schnell passieren kann, wofür es allerdings Strafpunkte gab und so landete Schieck nur auf Rang 20 unter den 32 qualifizierten Teilnehmern. Bei der Kür erwischte es den 54-jährigen Königsdorfer, der beruflich im Cockpit einer Boeing 747 sitzt, noch schlimmer. Aufgrund eines sehr starken Windes im mittleren Höhenband, von dem er als einer der ersten Starter nicht wirklich wissen konnte, wurde er etwas länger aus der Box verblasen, was zu deutlichen Strafpunkten und dem vorletzten Platz in der Kür führte.

Drei weitere unbekannte Programme und technische Probleme vor dem Start

Die schwierigsten Programme für die Piloten sind die unbekannten Pflichtprogramme, bei der die zu fliegenden Figuren erst am Vortag bekanntgegeben werden und das Programm nicht mehr geübt werden darf. Die Figuren fordern sowohl vom Piloten, als auch vom Flugzeug einiges ab, wird man bei den extremen Flugmanövern doch teilweise mit dem bis zu fünffachen des eigenen Körpergewichts in den Sitz gepresst und erreicht man mit 250 km/h auch die maximal zulässige Geschwindigkeit der Flugzeuge. Die Anspannung ist daher bei allen Piloten extrem hoch. Schieck hatte hier zusätzlich noch mit technischen Problemen zu kämpfen, als er vor der zweiten unbekannten Pflicht einen Reifenplatten hatte und während der Konzentrationsphase auf das Flugprogramm auch noch schnell den Reifen wechseln musste. Trotzdem landete er hier mit Rang 16 in der ersten Hälfte des Teilnehmerfeldes.

Die vorderen Platzierungen wurden alle mit Swift oder Fox erflogen

Wie bereits bei den letzten Weltmeisterschaften kristallisierte sich auch diesmal wieder heraus, dass man eigentlich nur mit einem Flugzeug vom Typ Swift, der diesmal die Plätze eins bis 22 belegte, richtig konkurrenzfähig ist. Hinter zwei Flugzeuge vom Typ Fox, belegte Wolfgang Schieck als bester Pilot, der keines der beiden Typen flog, mit seiner SZD 59 Platz 25. Weltmeister wurde Ferenc Toth aus Ungarn, vor dem Italiener Luca Bertossio und Eugen Schaal aus Paderborn.

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