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Wenn die Flugzeuge Kopf stehen - Flugplatz ohne Winterschlaf

Mo, 22. Feb 2016

Auch ohne Aufwind ist am Segelflugzentrum in Königsdorf immer etwas los. Sportlich tut sich im Moment bei den Segelfliegern aufgrund mangelnder Thermik allerdings recht wenig, dennoch sind die Flugsportler im Winter beileibe nicht untätig oder gar in Winterstarre verfallen. Auch wenn man um diese Jahreszeit eher an Wintersport, als ans Segelfliegen denken mag, laufen die Vorbereitungen auf die neue Flugsaison am Segelflugzentrum Königsdorf auf Hochtouren.

Runter vom Himmel, rein in die Werkstatt: Jan Kleu (links) und Patrick Pölzlbauer (mitte) überprüfen die Radbremse der LS 4, während Rüdiger Beck (rechts) kleinere Lackschäden an der Rumpfunterseite ausbessert.

Wartungsarbeiten an den Flugzeugen sind zu erledigen und um den Flugsport so billig wie möglich durchführen zu können, erfolgen all diese Arbeiten auf ehrenamtlicher Basis. Mit Sepp Eberl und Patrick Pölzlbauer gibt es Motorwarte für Motorsegler und Schleppmaschine. Heike Baumann organisiert und überwacht als Werkstattleiter die Arbeiten an den vereinseigenen Segelflugzeugen. Unter der fachkundigen Anleitung werden die durch strenge Sicherheitsvorschriften vorgeschriebenen Kontrollen durchgeführt. Auch Schönheitsreparaturen, wie zum Beispiel die Ausbesserung etwaiger Lackschäden, werden vorgenommen. Zusätzlich werden die Flugzeuge gereinigt und poliert, denn jede kleine Unebenheit im Lack verschlechtert die Flugeigenschaften und das wollen die erfolgreichen Bundesliga-Piloten vermeiden.

Flugschüler drücken die Fliegerschulbank

Neben diesen Werkstatttätigkeiten findet im Winter auch der Theorieunterricht für die Flugschüler statt. Zum Erwerb der Pilotenlizenz gehört neben der praktischen Fliegerei auch jede Menge Theorie über Luftrecht, Navigation, Meteorologie und Flugzeugtechnik. Alle Eventualitäten der Flugpraxis werden unter dem Titel Verhalten in besonderen Fällen behandelt. Hier werden schon in der Theorie die Handlungsmöglichkeiten durchgespielt, die ein Segelflugpilot hat, wenn er in eine besondere Situation gerät. Hierzu zählt z.B. die Auswahl eines geeigneten Landefeldes, für den Fall, dass ein Streckensegelflug mangels Thermik nicht zu Ende geführt werden kann. Bewuchs, Länge, Neigung, Hindernisse im Anflug und Windrichtung müssen dann richtig eingeschätzt werden. Übrigens verfügte auch Chesley Sullenberger, der US-Airways-Pilot dem vor einigen Jahren die spektakuläre Landung seines antriebslosen Airbus auf dem Hudson River in New York gelang, über eine Segelflugausbildung. Luftfahrtexperten sehen gerade hierin die Grundlage für sein schnelles und zielgerichtetes Handeln in dieser außergewöhnlichen Ausgangslage. Die ebenfalls ehrenamtlichen 23 Fluglehrer, darunter auch zwei Fluglehrerinnen, des Flugplatzes unter Leitung von Gruppenfluglehrer Matthias Weinzirl betreuten 2015 insgesamt über 60 Flugschüler. Der persönliche Einsatz vieler Vereinsmitglieder und die damit verbundene Kosteneinsparung trägt dazu bei den Segelflugsport relativ billig zu gestalten. „Ein einwöchiger Skiurlaub kostet definitiv weit mehr, als ein ganzes Jahr Segelfliegen!“ so Pressesprecher Schunk. Dadurch ist gerade der Zuwachs an jugendlichen Nachwuchspiloten enorm hoch. Bereits im Alter von 14 Jahren kann die Ausbildung zum Segelflugzeugführer begonnen werden. Nicht umsonst wurden die Segelflieger bereits mehrfach für Ihre hervorragende Jugendarbeit ausgezeichnet, sei es das ”Grüne Band” der Dresdner Bank für die beste Jugendarbeit in Deutschland, oder der Förderpreis der Stiftung der Kreissparkasse für hervorragende Jugendarbeit. Interessenten sind recht herzlich willkommen. Jeden Samstag ab 10 Uhr findet der Theorieunterricht im Vereinsheim statt, im Anschluss daran geht die Werkstattarbeit los. Wie beim Segelflugsport üblich, gibt es auch hier keine Altersgrenzen, hier findet man sowohl den 14-jährigen Schüler, als auch den über 70-jährigen Rentner.

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