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Auftakt nach Maß in der Bundesliga

Mo, 18. Apr 2016

SFZ Königsdorf startet mit schnellen Flügen im Föhn in die 2016er Runde. Seit ein paar Wochenenden herrscht bereits wieder Betrieb am Segelflugzentrum in Königsdorf und am vergangenen Wochenende startete nun auch wieder die Segelflug Bundesliga Saison 2016.

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Erfolgreicher Start in die Segelflug Bundesliga fürs SFZ Königsdorf: v.l.n.r.: Dirk Weisel, Julius Hofelner, Mathias Schunk, Jan Kleu und Gregor Drees

Während man in der internationalen Alpen Liga hinter dem ALC Lesce/Bled aus Slowenien auf Rang zwei flog, landete man in der deutschen Bundesliga,hinter drei norddeutschen Teams auf Rang vier. Die Junioren schafften in der U 25 Liga sogar den Rundensieg.

Von insgesamt 900 Vereine starten 30 in der Bundesliga

Die Segelflug Bundesliga wird dezentral ausgetragen, d.h. jeder Pilot startet von dem Flugplatz seiner Wahl innerhalb Deutschlands. Teilnehmer sind alle 900 Segelflugvereine Deutschlands, wobei die besten 30 in der ersten Bundesliga fliegen, 30 weitere fliegen in der zweiten Liga und der Rest in den jeweiligen Landesligen. Es werden jedes Wochenende Mannschaften mit den jeweils drei besten Piloten jedes Vereins gebildet. Die Teilnehmer können dabei von Wochenende zu Wochenende wechseln, so dass zum Ende der Saison beliebig viele Piloten in die Wertung kommen, d.h., dass im Prinzip alle 35.000 Segelflieger Deutschlands gegeneinander antreten.

Sprintwertung über zweieinhalb Stunden Flugzeit

Das Ziel ist es, innerhalb von zweieinhalb Stunden Flugzeit so viele Flugkilometer wie möglich zurückzulegen, gewertet wird die Durchschnittsgeschwindigkeit. Hierbei ist es vollkommen egal, wie lange ein Pilot fliegt, gewertet werden immer die zweieinhalb Flugstunden mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit des jeweiligen Piloten. Die besten drei Piloten eines jeden Vereins kommen in die Wertung, in der die Schnittgeschwindigkeiten der drei schnellsten addiert werden. Das Trio mit der höchsten aufaddierten Geschwindigkeit fliegt 20 Punkte für ihr Team ein, das Zweitplatzierte Trio erhält 19 Punkte, bis zu einem Punkt für das an zwanzigster Stelle platzierte Team. In der internationalen Alpenliga, in der alle Flüge über den Alpen gewertet werden gibt es für den Rundensieger 40 Punkte. In der Junioren U 25 Liga, in der alle Piloten unter 25 Jahren gewertet werden gibt es nur eine Gesamtliga ohne Auf- und Absteiger. Die Wertungsrunden sind jeweils Samstag und Sonntag, die letzte Wertungsrunde findet Mitte August statt, sodass es insgesamt 19 Runden gibt. Die sieben schlechtesten aus der Bundesliga steigen ab und die besten sieben aus der zweiten Liga steigen auf.

Samstag war das Inntal die alles entscheidende Schwelle Am Samstag waren die Segelflug Wetterprognosen geprägt von brauchbarer Thermik in den Bergen mit leichter föhniger Südwind Unterstützung. Allerdings sollten gegen Nachmittag Schauer von Westen ins Königsdorfer Fluggebiet ziehen. Mit Einsetzen der Thermik brachen die Königsdorfer Bundesligapiloten daher gegen Mittag auch zügig auf, um ihre Flüge noch vor Heranziehen des schlechten Wetters absolvieren zu können. Mathias Schunk war der erste, der sich in die Tegernseer Berge vorarbeiten konnte und gab für alle nachfolgenden die Flugrichtung vor: „Ich sehe sehr gute Thermische Entwicklungen Richtung Wilder Kaiser und weiter nach Osten“, meldete der Teamcaptain über Flugfunk. „Am Wilden Kaiser ging der Spaß und das Rennen dann auch richtig los“, berichtet Schunk von seinem Flug, der ihm am Ende eine Wertung von 123,05 km/h für die Liga erbrachte. Über die Leoganger Steinberge flog er über das Steinerne Meer zum Hochkönig, wo er seinen ersten Wendepunkt setzte und nochmals Richtung Wilder Kaiser zurück flog. Nach dem dortigen zweiten Wendepunkt flog Schunk in seinem Quintus wieder Richtung Südosten, diesmal bis über den Dachstein hinaus zum Grimming, wo er seinen dritten Wendepunkt setze. „Der föhnige Südwind lieferte auf dieser Strecke hervorragende Bedingungen“, berichtet auch Dirk Weisel, der gemeinsam mit Julius Hoffelner in einer doppelsitzigen ASH 25 auf gleicher Route unterwegs war und 99,2 km/h für die Bundesligawertung erzielte. Die beiden Junioren Gregor Drees und Jan Kleu folgten ebenfalls in diese Richtung und erzielten mit 99,7 km/h, bzw. 94,1 km/h zwei perfekte Wertungen fürs Königsdorfer Juniorenteam. „Der Knackpunkt war die Querung des Inntals zum Wilden Kaiser, den leider nicht alle Piloten von uns schafften“, resümiert Pressesprecher Mathias Schunk das Gesamtergebnis. Während Werner Kerzendorf bei Rottach Egern außenlanden musste und Fritz Vollmer bei Kufstein den in seiner DG 800 eingebauten Hilfsmotor nutzte, um nicht landen zu müssen, konnte sich Nikolai Wolf gerade noch nach zurück nach Königsdorf retten. Allerdings war er nur eineinhalb Stunden unterwegs und verschenkte damit eine komplette mögliche Stunde Wertungszeit für die Ligawertung. Mit 33,4 km/h vervollständigte aber dennoch das Königsdorfer Juniorentrio und steuerte somit entscheidende Punkte zum Rundensieg bei.

In Deutschland wird samstags nur noch in Niedersachsen geflogen

Während samstags große Teile Deutschland im schlechten Wetter lagen, gab es ausser in den Alpen noch gute Bedingungen in Niedersachsen, wo die dort beheimateten Vereine schnelle Flüge im Hangaufwind des Iths und des Weser- und Wiehengebirges unternahmen. Mit 322,16 km/h setzte sich der LSV Rinteln dann auch hauchdünn vors SFZ Königsdorf, welches 322,0 km/h erzielte und sich vor der FG Oerlinghausen und dem LSV Burgdorf platziert hatte. In der Alpenliga wurden die Königsdorfer lediglich vom ALC Lesce/Bled (337,4 km/h) aus Slowenien übertroffen, während die drittplatzierte FG Offenburg, deren Pilotentrio in Kärnten gestartet war mit 296,3 km/h, genau wie die nachfolgende FRA Wiener-Neustadt, der AK Celje (Slowenien) und der AVS Verona schon deutlichen Rückstand aufwiesen.

Sonntags konnte man nur zuschauen, was die anderen machen

Am Sonntag blieb den Königsdorfern im heimischen Regen nur die Zuschauerrolle, was die anderen Teams machen würden. Erneut gab es im Norden Deutschlands gute Bedingungen und so setzte sich der LSV Burgdorf, neben dem SFZ Königsdorf das einzige Team, das bisher dreimal deutscher Bundesligameister wurde, mit 362,8 km/h an die Spitze. Auch der AeC Braunschweig überholte das SFZ noch, so dass die Königsdorfer am Ende auf Rang vier landeten. In der Alpenliga gab es keine Veränderung mehr und auch die Junioren behielten ihren ersten Platz.

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